Die Signaturkarte

Die Bundesnotarkammer bietet Notaren, Justizangehörigen, Gerichtsvollziehern und Rechtsanwälten Signaturkarten an. Die Signaturkarte ersetzt Unterschrift und Siegel im elektronischen Rechtsverkehr.

Die von der Bundesnotarkammer ausgegebenen Signaturkarten erfüllen die besonderen Anforderungen an die Erstellung notarieller elektronischer Urkunden (§ 39a BeurkG und § 2a DONot). Sie werden nur ausgegeben, nachdem die Identität des Antragstellers durch Unterschriftsbeglaubigung oder andere Identifizierungsverfahren bestätigt wurde. Die Eigenschaft als Berufsträger (insbesondere Notar, Rechtsanwalt oder die Zugehörigkeit zu einem Gericht oder einer Behörde) kann in das Signaturzertifikat aufgenommen werden, wenn sie durch die zuständige Stelle bestätigt wird. Bei Notaren und Rechtsanwälten ist dies die jeweilige Kammer, bei Justizangehörigen das Gericht, bei dem sie tätig sind.

Auf der Signaturkarte sind drei Schlüsselpaare (jeweils ein "privater" und ein "öffentlicher" Schlüssel) mit folgenden Zertifikaten gespeichert:

  • Das Signaturzertifikat ermöglicht die Signatur elektronischer Dokumente als Äquivalent der eigenhändigen Unterschrift, beispielsweise im Rahmen des elektronischen Handelsregisterverkehrs oder des elektronischen Mahnverfahrens. Soweit das Signaturzertifikat ein Notarattribut beinhaltet, wird durch die qualifizierte elektronische Signatur auch die Beidrückung des Amtssiegels ersetzt.
  • Das Authentifizierungszertifikat identifiziert den Karteninhaber bei der Nutzung geschützter elektronischer Dienste.
  • Das integrierte Verschlüsselungszertifikat erlaubt die Ver- und Entschlüsselung elektronischer Daten und damit auch deren geschützte Übermittlung.
  • Da die qualifizierte elektronische Signatur die Unterschrift ersetzt, darf die Signaturkarte nur vom jeweiligen Inhaber persönlich verwendet werden. Das Prinzip der höchstpersönlichen Verwendung gilt wegen der hiermit verbundenen Rechtsfolgen insbesondere für den Notar. Der Notar darf die Signaturkarte nebst PIN daher nicht Dritten zur Verwendung überlassen. Zudem ist die Karte so aufzubewahren, dass sie vor Missbrauch geschützt wird.

Weitere Informationen können Sie der Unterrichtungsbroschüre und den häufig gestellten Fragen (FAQ) zur Signaturkarte entnehmen.